Die sogenannte Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist ursprünglich in der westlichen Mittelmeerregion bis zum Südrand der Alpen und Dalmatien sowie Nordafrika beheimatet. Durch Verschleppung kommt sie aber mittlerweile auch in Kalifornien, der Schweiz und Österreich, in Deutschland, Russland und Georgien vor. Im Freiland bewohnt Zoropsis spinimana in Istrien und am Gargano Tieflagen, die in der Regel unter 200 m über dem Meeresspiegel liegen. Dort bevorzugt sie lichten Kiefernwald mit reicher Nadelstreu nahe der Küste, wo sie unter Steinen und Rinde vorgefunden wird. In Korsika wurde sie hingegen in Kastanien- und Eichenbestand in ca. 600 m vorgefunden. Am Südrand der Alpen, wie z. B. im Stadtgebiet von Venedig und in Nordtirol, sowie in unseren Breiten kommt sie hingegen synanthrop in und an Gebäuden vor. Die nachtaktive Spinne jagt aktiv ihre Beutetiere, die dann mit einer schnellen Raffbewegung gepackt und zu den Cheliceren geführt wird. Anschließend erfolgt der Giftbiss. Die Beutetiere werden extraintestinal verdaut. Nach der Paarung können Weibchen mehrere Eikokons mit je etwa 20–50 Eier produzieren. Weibchen deponieren und bewachen den Kokon in einem auffälligen, von bläulicher Cribellum-Seide gebildeten Eiernest in einer Brutkammer. Bis zum Tod verlassen sie das Eiernest nicht mehr. Jungtiere sind nach acht bis neun Häutungen in den Monaten September und Oktober geschlechtsreif.