Die Kornmotte (Nemapogon granella) ist in der westlichen Paläarktis heimisch. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet. Nachweise gibt es in Westasien, Ostasien, darunter Japan, China und Korea, Nordamerika, einschließlich der USA und Kanadas sowie Australien. Man findet die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Falten in den verschiedensten Habitaten, auch in Gebäuden. Flugzeit ist von März bis Oktober. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Stielporlingsartigen (Polyporales), wie z. B. der Birkenporling (Fomitopsis betulina), aber auch an verschiedenen Getreiden, Hülsenfrüchten, Trockenfrüchten, Nüssen und an weiteren landwirtschaftlichen gelagerten Produkten, wo sie durch ihren Fraß, Kotabscheidungen und Puppenbildungen Schäden oder Wertminderungen anrichten. Aus diesem Grunde gilt Nemapogon granella als ein Vorratsschädling. Überwintert wird überwiegend im Larvenstadium. Die Larven können in einem schützenden Gespinst oder in einem Kokon verbleiben und ihre Entwicklung bei niedrigen Temperaturen verlangsamen. Im Frühjahr können sie sich verpuppen. Die Puppen befinden sich beispielsweise in geschützten Ritzen, an Holz oder in der Nähe des befallenen Substrats. In Gebäuden sind die Verhältnisse weniger eindeutig: Dort können sich Larven und Puppen auch im Winter weiterentwickeln, und einzelne Falter können selbst in den Wintermonaten schlüpfen. Solche Beobachtungen sind insbesondere aus Kellern, Vorratsräumen und anderen geschützten Bereichen bekannt.