Die Rotrückige Sklavenameise (Formica cunicularia) ist über weite Teile Europas bis in den Südwesten von Sibirien verbreitet. In den Alpen kommt sie bis zu einer Höhe von 1800 Metern vor. Man findet sie in xerothermen Habitate, wie thermophile, gut besonnte Wiesen, Trockenwiesen und lebt auch im randurbanen Bereich, z. B. an und unter Straßen. Formica cunicularia ernährt sich hauptsächlich von anderen Insekten und Spinnentieren, trophobiotisch, aber auch nektarivor. Die Nester dieser Ameise sind unterirdisch und meist einfache Erdnester ohne Nesthügel. Bei dichtem Grasbewuchs werden aber auch Erdhügel errichtet. Die Nester befinden sich manchmal unter größeren Steinen. Die Kolonien bestehen aus 1000 bis 1800 Arbeiterinnen und sind monogyn, selten schwach polygyn. Kolonien, die mehrere Nester umfassen sind unbekannt. Die Nestgründung erfolgt claustral durch eine einzelne Königin, aber auch in Pleometrose. Formica cunicularia dient als Wirt für verschiedene sozialparasitäre Ameisen, wie Formica sanguinea. Die Entwicklungsdauer der Arbeiterinnen beträgt zwei Monate. Formica cunicularia hält eine Winterruhe von Oktober bis März. Die Geschlechtstiere schwärmen zwischen Ende Juni und Anfang August am frühen Vormittag.