Sitobion avenae ist weltweit verbreitet, bevorzugt jedoch gemäßigte Klimazonen. Sie kommt in weiten Teilen Europas, Nordafrikas, des Nahen Ostens und Asiens vor. Die Art verbringt das gesamte Jahr auf Getreide, einschließlich Reis und Mais und Gräsern, z. B. Süßgräser (Poaceae), einige Binsengewächse (Juncaceae) und Sauergräser (Cyperaceae), es findet kein Wirtswechsel statt. Der Großteil der Population ist anholozyklisch (bildet nur ungeschlechtliche Morphen aus) und überwintert als Nymphe oder ungeflügeltes Tier (Aptera) an Gräsern oder Wintergetreide; ein kleiner Teil der Population ist hingegen holozyklisch (mit Wechsel zwischen parthenogenetischer und geschlechtlicher Fortpflanzung) und überwintert im Eistadium, der Schlupf erfolgt im März. Die überwinternde anholozyklische Population kann in einem warmen Frühjahr rasch ansteigen. Auf den oberen Blättern von Getreide und Gräsern bilden sich Kolonien ungeflügelter Blattläuse. Mit zunehmender Pflanzenreife wandern die Blattläuse zu den sich entwickelnden Blütenständen. Ende Mai entstehen geflügelte Formen, was im Juni zur Gründung zahlreicher weiterer Kolonien führt. Auch im weiteren Verlauf des Sommers werden als Reaktion auf die steigende Populationsdichte und die nachlassende Futterqualität weiterhin geflügelte Formen gebildet. Im Herbst wandern diese ab, um Getreide oder andere Gräser erneut zu befallen.